Cold Belt: Feuerblut - Deborah C. Winter
Broschiert: 168 Seiten
Verlag: tredition Gmbh
ISBN: 978-3849116880
Preis: 12,99€
Meine Bewertung: 7/9 Punkte
Kurz vor Weihnachten ging ein Raunen um die Welt. Damals, als das neue Zeitalter begann und die Menschen und die Vampire friedlich zusammenleben sollten. Jedoch war dies nur der Anfang einer scheinbar neuen und friedlichen Ära.
Klappentext
Lilly ist 17 und zieht mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder aus New York weg, da ihr Vater in Harts wieder Arbeit gefunden hat. 2027 hat die Erde ihren Dritten Weltkrieg gut überstanden und baut sich wieder eine Wirtschaft auf. Der Krieg fand damals mit den Vampiren statt, die sich öffentlich zu ihrer Rasse bekannten. Da man sie aber jagte wie Tiere, wehrten sie sich und so kam es zu einer weltweiten Krise. Die Menschen schufen die Cold Belts, Sicherheitsreservate, getrennt von den Menschen, so dass beide Rassen in Frieden leben können. Jedoch halten sich nicht alle daran, viele brechen aus, mischen sich unter die Menschen. Und auch Menschen schleichen sich in die Cold Belts, da sie gebissen werden wollen, um ebenso ein Vampir zu werden. Lilly und Caleb freunden sich an, bis er ihr sein Geheimnis anvertraut...
Kritik
Lange Zeit war ich auf dieses Buch sehr neugierig, da der Klappentext eine geheimnisvolle und neue Vampirgeschichte verspricht, welche wir in der Tat geboten kriegen. Ich war zunächst etwas skeptisch, denn als Stephenie Meyer mit ihrer „Twilight“-Saga für einen Vampir-Hype gesorgt hatte, wirkten alle weiteren Geschichten über die Geschöpfe der Nacht eher fade und wie ein schlechter Abklatsch. So dachte ich zunächst auch über „Cold Belt“, doch schnell wurden meine Zweifel über den Haufen geworfen und ich wurde eines besseren belehrt.
Die Ideen, welche sich hinter diesem kurzweiligen Leseabenteuer verbergen, sind meines Erachtens nach neu und aus diesem Grunde sehr erfrischend. Deborah C. Winter hat es also wirklich geschafft die Vampire in ein vollkommen neues Licht zu rücken und interessante Charaktere zu erschaffen.
Lilly ist unsere junge Protagonistin, die mit ihrer Familie die Großstadt verlässt und in eine ländliche Siedlung zieht. Schnell findet sie neue Freunde und lernt ein paar Jungs kennen, die ihr zu gefallen scheinen. Doch keiner scheint sie so zu faszinieren, wie Caleb. Ein charmanter, gutaussehende Junge, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Ihre Schwärmerei für ihn ist auf der einen Seite sehr niedlich, doch auf der anderen Seite hat mich Lilly diesbezüglich etwas genervt. Natürlich, sie ist jung und er ihre erste auf Gegenseitigkeit beruhende Liebe, dennoch benimmt sie sich oftmals zu unbeholfen und kindlich in meinen Augen.
Caleb ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen, trotz seiner zwischenzeitlichen abweisenden Art Lilly gegenüber. Ihn umgibt das typische Mysterium: Er sieht gut aus, ist immer da wenn man ihn braucht, ist unglaublich anziehend; nur warum interessiert er sich dann für ein eher unscheinbares Mädchen, wie Lilly? Vielleicht, weil die beiden ihre Liebe zur Musik verbindet? Doch das gilt es für alle Leser selbst herauszufinden.
Wie schon erwähnt, ist die Geschichte anders, als erwartet. Selbstverständlich wird man bei einigen Stellen dennoch leicht an Edward und Bella erinnert, aber ich denke, dass sich so etwas in einem Buch über Vampire kaum vermeiden lässt. Immerhin ist es Deborah C. Winter gelungen die Liebesgeschichte von Lilly und Caleb nicht in einen unermesslichen Kitsch zu ziehen und die Gefühle, die sie füreinander hegen, sehr realistisch und greifbar darzustellen. Genauso wie sich die junge Ich-Erzählerin Stück für Stück in Caleb verliebt, tut das auch der Leser ganz automatisch. Man lernt ihn und seine Angewohnheiten besser kennen und möchte immer mehr über ihn erfahren – er ist halt einfach zum Dahinschmelzen!
Doch auch Lilly’s Freunde haben einen großen Teil zu der Gesamthandlung beigetragen, da sie eine charmant-amüsante Abwechslung zum Liebesgeturtel bieten.
Sehr positiv aufgefallen ist mir die Gestaltung des Buches. Auch wenn es ein etwas gewöhnungsbedürftiges Format hat, ist das Innenleben fabelhaft. Die Seiten werden oftmals von kleinen Monden geziert, welche die Paragraphen voneinander trennen. Ein richtiges Schmuckstück. Zudem gibt es am Ende ein Glossar, indem wichtige Worte, wie „Cold Belt“, „Hallow Release“ und „Warm Shelter“ erklärt sind, was auch notwendig ist, um nicht durcheinander zu kommen.
Zu all den positiven Aspekten, gibt es jedoch auch einige Kritikpunkte, die ich an dieser Stelle gerne äußern möchte. Dadurch, dass das Buch trotz seiner kleinen Schrift sehr kurz gehalten ist, fehlt es dem Ganzen etwas an Tiefgang. Viele Dinge werden eher an der Oberfläche angekratzt. Zwar bekommt man viele Informationen darüber, wie es zu den Cold Belts und dem Outing der Vampire kam, doch hätte man meiner Meinung nach noch mehr darüber erzählen können. Desweiteren hoffe ich im zweiten Band mehr über die Clans der Nachtwesen zu erfahren. Glücklicherweise soll „Schattentraum“ noch dieses Jahr erscheinen und ich bin sehr gespannt wie es mit Lilly, Caleb & Co. wohl weitergehen wird.
Fazit
Trotz einiger Kritikpunkte ist „Feuerblut“ von Deborah C. Winter sowohl innerlich, als auch äußerlich ein wahres Goldstück. Wer mal wieder einen abwechslungsreichen Vampirroman lesen möchte, der eine ausgewogene Mischung aus Action und Liebe hat, sollte sich dieses Buch an einem lauen Sommerabend zu Gemüte führen.
Ein riesen Dankeschön an die Autorin, die mir dieses Buch netterweise hat zukommen lassen - Danke für das süße Paket und für die Verewigung meines Blogs auf der letzten Seite, ich habe mich wirklich riesig darüber gefreut!