Freitag, 14. Oktober 2011

* Rezension * Nina Blazon - Der Spiegel der Königin

Der Spiegel der Königin - Nina Blazon

  

Gebundene Ausgabe: 345 Seiten 
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Originalsprache: Deutsch 
ISBN: 978-3473352579
Preis: ca. 15€
Meine Bewertung: 9/9 Punkte







Das Pferd trappelte auf der Stelle. Elin erschrak, doch dann nahm sie allen Mut zusammen, fasste die Zügel und stieg auf.


Inhalt
Das 15-jährige Küchenmädchen Elin träumt von einem besseren Leben. Durch einen glücklichen Zufall läuft sie der Königin von Schweden, Kristina, über den Weg, welche sie mit an den Hof nimmt. Dort lernt sie lesen und schreiben und entdeckt ebenso ihre Liebe zur Mathematik und Astronomie. Elin findet neue Freunde und lernt ihre große Liebe kennen, doch es verläuft nicht immer alles so perfekt, denn das Leben als Hofdame ist komplizierter, als zunächst angenommen.

Kritik
„Der Spiegel der Königin“ ist der erste historische Roman, den ich gelesen habe und ich war begeistert. Ich werde nun sicher häufiger Bücher dieses Genres lesen, denn wieder hat es Blazon geschafft mich mit ihrem Werk zu faszinieren.
Die Geschichte um die junge Magd Elin hat von Anfang bis Ende mein Herz berührt. Ihr Weg war steinig und schwer und doch hat sie es stets geschafft das Beste aus der Situation zu machen.
Elin ist ein willensstarker Charakter, der weiß, was er will. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt immer, was sie denkt. Natürlich ist sie dadurch am Hof nicht von jedermann angesehen, doch genießt sie das volle Vertrauen der Königin. Die Entwicklung, die Elin durchlaufen hat, ist faszinierend. Von einem unscheinbaren Küchenmädchen zu einer jungen Dame am Hof. Sie hat damit begonnen wunderschöne Kleider zu tragen und ausgefallene Frisuren. Sie lernt Dinge, die nur den Reichen vergönnt sind. Lesen, schreiben, rechnen, all dies war im 17.Jahrhundert nicht für jeden eine Selbstverständlichkeit.
Mit ihren neuen Fähigkeiten schreibt sie ihrer ehemaligen guten Freundin über ihr neues Leben und die Dinge, die am Hof geschehen. Denn natürlich ist das Leben dort alles andere als perfekt. Leute versuchen die Königin zu töten und es laufen ungeahnte Intrigen gegen den Philosophen am Hof, da er der Ketzerei beschuldigt wird.
All diese Dinge jedoch, werfen Elin nicht aus der Bahn. Sie macht das Beste daraus und versucht zu helfen, wo sie nur kann. Da solche Taten für junge Damen nicht üblichen waren, ist sie bei vielen der Adligen sehr verhasst. Ebenso bei dem Sohn einer angesehenen Adelsfamilie aus Frankreich, Henri. Sobald Elin und er sich über den Weg laufen kocht und brodelt es nur vor sich hin. Beide können sich nicht leiden und lassen das den jeweils anderen auch spüren. Henris Familie verbringt jedoch einige Zeit in Schweden und so können die beiden sich kaum aus dem Weg gehen.
Henri ist ein arroganter und zu sehr von sich selbst überzeugter Adelssohn. Von Anfang an hat er eine starke Antisympathie für Elin, da sie eine Küchenmagd ist und ein „Hurenkind“, da sie nicht weiß, wer ihre Mutter ist. Diese Beschimpfung hört das Mädchen ständig und von allen Seiten, sodass sie es irgendwann beginnt abzuschalten. Die Worte, die sie am Anfang noch sehr verletzt haben, gingen irgendwann an ihr vorbei und so hat Henri es bald nicht mehr geschafft, Elin zu ärgern.
So passt es ihr nur allzu Recht, als seine Familie das Land wieder verlässt. Dies passt nicht nur Elin sondern auch den meisten anderen am Hofe, da es sich bei seiner Familie um Katholiken handelt, die im protestantischen Schweden alles andere als angesehen waren. Zu jeder Zeit war das Konvertieren zu dieser Religion Hochverrat und wurde mit dem Tot bestraft.
Auch Elins bester Freund, der Student Hampus, kommt im „Spiegel der Königin“ nicht zu kurz. Er ist ein liebenswürdiger Mensch, der Elin jeden Wunsch von den Augen abliest. Bei ihm fühlt sie sich immer sicher und geborgen. Sie schenkt ihm all sein Vertrauen und die beiden haben beim Lesen immer mein Herz berührt. Wenn eine Situation aussichtslos erschien, war Hampus es, der Elin mit Rat und Tat zur Seite stand.
In solchen Situationen befand sich das Mädchen leider zu oft, da sie nie wusste, was in der Königin vorging. In einem Augenblick war sie noch die Fröhlichkeit in Natur, die Elin liebte wie eine Schwester. Doch ihre Stimmung konnte sich auch sehr schlagartig wenden. Das hat mich beim Lesen etwas gestört, doch dieser Charakterzug zeichnete die Königin nun mal aus.
Doch nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebencharaktere konnten mich völlig überzeugen. Das Zusammenspiel aller hat dieses Buch zu einem unvergesslichen Lesevergnügen gemacht.
Nina Blazon konnte mich wiedermal auf ganzer Linie vom Hocker reißen. Diese Autorin ist einfach einzigartig. In jedem Genre weiß sie zu überzeugen und hat einmalige Ideen, die zu überzeugen wissen. Der flüssige Schreibstil und die Verbildlichung des Ortes, all dies hat dazu geführt, dass ich mich als Teil des Geschehens gefühlt habe. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich eingetaucht im 17.Jahrhundert und habe mit verfolgt, wie Elin weint, wie sie lacht, sich weiterentwickelt und sich schlussendlich Hals über Kopf verliebt. Die Verbindung der historischen und romantischen Elemente hat mein Herz höher schlagen lassen und ich kann euch allen dieses Werk nur wärmstens empfehlen.

Fazit
Mit „Der Spiegel der Königin“ hat Nina Blazon es geschafft auf ganzer Linie zu überzeugen und ein Buch zu erschaffen, welches Jung und Alt voll und ganz begeistern kann. Für Fans der Autorin ein Must-Read, doch auch allen anderen rate ich – taucht ein in das 17.Jahrhundert und lasst euch von Elin und Königin Kristina den Atem rauben.


Weitere Rezensionen von Nina Blazon

Kommentare:

  1. Eine schöne Rezension :-) Ich habe bisher noch gar nichts von Nina Blazon gelesen, aber es schon immer vorgehabt und deine Rezension hat mir wieder gezeigt, dass es sich auch lohnen könnte.

    Ich werde heute wohl auch nicht so viel schaffen, da nachher "Schlag den Raab" kommt und heute Nachmittag ja auch noch Fußball läuft.

    Danke für deine Besserungswünsche. :-)
    Liebe Grüße
    Mareike

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  2. tjaaa sag ich ja XD meine rede das buch ist supi ..auch wenns mal voll von blazons sonstigen werken abweicht (naja auch nicht wirklich aber wir lesen halt doch eher die fantasy ^^)

    schöne rezi also ;D ich nehm mir ja immer vor mal katharina zu lesen iwie schaff ichs nie ^^

    lg july

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  3. Schöne Rezi und toller Blog - bin jetzt regelmäßige Leserin geworden. Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbeischauen würdest:
    www.binzis-buecher.blogspot.com

    LG

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  4. @ Mareike: Du hast noch nichts von Nina Blazon gelesen? :O Das musst du wirklich ganz schnell nachholen, denn sie ist eine einmalige und faszinierende Schriftstellerin - ich liebe sie soo sehr :) Ich würde dir raten mit "Faunblut" zu beginnen, wenn du der Autorin demnächst vllt mal eine Chance geben wirst. Das war ein klasse Buch ;)

    @ July: Jaaaa, als ich das Buch zugeschlagen habe, da habe ich sofort an deine Worte gedacht, wie toll die Geschichte doch ist. Und wer hätte das gedacht? Du hattest in der Tat Recht. Nach "Der Spiegel der Königin" hatte ich auch schon überlegt nach "Katharina" zu greifen, aber ich habe noch vier ungelesene Blazons hier (Schattenauge, Im Bann des Fluchträgers, Der Bund der Wölfe, Die Rückkehr der Zehnten) - und bestimmt trudelt auch ganz bald noch "Zweilicht" bei mir ein :)

    @ Binzi: Vielen Dank! Ich habe bei dir geschaut und dein Blog gefällt mir. Ich hoffe, dass ich noch viele tolle Beiträge von dir in Zukunft lesen werde!


    Liebe Grüße,
    Sanny

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